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Winterkongress 2024

01. März 2024  •  3 Minuten

Der Winterkongress 2024 der Digitalen Gesellschaft bringt Akteure aus Technik und Politik zusammen zu Themen rund um Informationstechnologie, der Vernetzung und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft.

Ich bin im Publikum gesessen, habe mir einige Dinge notiert und im Anschluss zu Hause daraus Cartoons gezeichnet. Einige davon wurden von der Digitalen Gesellschaft auf Social Media verwendet, um den Anlass zu bewerben.

Die Cartoons

Freitag

Predator Files - Eskalierende Überwachung (Lorenz Naegeli, Jan Jirat)

Im Oktober 2023 veröffentlichte die Wochenzeitung WOZ in Zusammenarbeit mit anderen Medien und unter Koordination des Recherchenetzwerkes EIC die «Predator Files ». Sie beleuchten die fragwürdigen Geschäfte der Intellexa-Allianz, einem Zusammenschluss von Überwachungsunternehmen, die von Europa aus mächtige Cyberwaffen in die ganze Welt exportierte. Ihr Aushängeschild: Predator, ein Trojaner, der Mobiltelefone infiltriert. Die Auswertung von tausenden Dokumenten zeichnet ein besorgniserregendes Bild. Und zahlreiche Spuren führen in die Schweiz. Höchste Zeit, genauer hinzuschauen!

Ein Cartoon eines Mannes am Podium. Im Hintergrund der Titel “Predator Files”. Der Mann zuckt entschuldigend mit den Schultern und sagt: “Ich kenne das Casinotheater sonst als lustig. Das können wir leider heute Abend nicht bieten…”

Ein Cartoon mit der Überschrift “Intellexa steckt nicht nur in Problemen, sondern auch in der Schweiz.” Auf der linken Seite späht ein Mann durch einen Türspalt in den Raum und sagt “How diy ou even find me?”. Rechts sagt eine Person ihm zugewandt: “Google Search: ‘Tal Dilian filetype:pdf’”

Automatisierte Ungleichheit (Andreas Geppert)

Bereits benachteiligte gesellschaftliche Gruppen (Migrierende, Erwerbslose, etc) sind automatisierten Entscheidungssystemen, Scoring und Profiling und generell der digitalen Überwachung durchgängig viel stärker ausgesetzt als nicht-benachteiligte Gruppen. Gleichzeitig haben sie weniger Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. In unserem Vortrag geben wir Beispiele für dieses stärkere Ausgesetztsein. Weiterhin diskutieren wir mögliche Implikationen für netzpolitische NGOs.

Ein Cartoon eines Mannes mit Brille und Mikrofon an einem Podium mit Laptop. Er macht eine entschuldigende Geste und sagt: “Sorry für die Verspätung. Der Windows-Computer hat mich wieder mal im Stich gelassen. Schenk ich nächste Woche meinem Sohn.”

Elektronisches Notariat in Nöten? Ein Praxisbericht (Claudia Schreiber)

Rund zehn Jahre ist es her, seit die Verordnung vom 23. September 2011 über die Erstellung elektronischer öffentlicher Urkunden und elektronischer Beglaubigungen (EÖBV; SR 211.435.1) am 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Wie geht die Praxis (u.a. Notariate, Grundbuchämter, Handelsregisterämter) heute mit elektronischen Urkunden und dem elekronischen Geschäftsverkehr im Notariatsbereich um und was ist vom neuen Bundesgesetz über die Digitalisierung im Notariat (DNG) zu erwarten? Ein Praxisbericht.

Ein Cartoon einer Frau, die aussieht wie eine Piratin. Sie sitzt an einem Tisch mit einem Laptop vor sich und sagt mit zufriedenem Gesicht: “Früher was ich Cyberpiratin. Heute bin ich CybernotARRRR!”

Datenethik in der Praxis: Von Anonymisierung zu operativer Datengovernance (Lea Strohm, Nicolas Zahn)

Um die Privatsphäre der Datensubjekte erfolgreich zu schützen setzen wir sowohl auf technische Anonymisierungsverfahren als auch auf eine ethische Bewertung der jeweiligen Datennutzungen anhand vordefinierter Kriterien.

Als Datengenossenschaft für Mobilität ist Posmos zentrale Mission, personenbezogene Mobilitätsdaten verantwortungsvoll zu verwalten. Interessierten Abnehmern stellen wir diese Daten zur Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen im Bereich nachhaltige Mobilität und Stadtplanung unter Einhaltung strikter ethischer Richtlinien zur Verfügung. Die Privatsphäre der Datensubjekte zu schützen steht für uns an erster Stelle. Eine zentrale Rolle spielen dabei technische Anonymisierungsverfahren. Bei individuellen Mobilitätsdaten ist eine vollständige Anonymisierung jedoch nur schwer erreichbar, zumindest wenn die entstehenden Datensätze einen hohen Informationsgrad behalten sollen. Um den bekannten Trade-off zwischen Anonymisierung und Nutzbarkeit von Daten teilweise zu lösen, setzen wir auf einen starken Datengovernanceprozess, umgesetzt durch den operativ eingebundenen Ethikrat.

In unserem Vortrag erläutern wir, wie Posmo durch technische Anonymisierungsverfahren und Datengovernance die ethische Nutzung der uns angetrauten Daten gewährleistet.

Ein Cartoon, der zwei vermenschlichte Smartphones auf je einem Krankenbett liegend zeigt. Das linke Smartphone sieht aus als würde es Blut spenden. Der Schlauch vom Arm geht aber in einen Computer. Das Smartphone schaut glücklich zum anderen Smartphone und sagt: “Willst du nicht auch einer Datengenossenschaft beitreten?” Das andere Smartphone sieht betrübt aus. Es streckt auch einen Arm aus, dort ist jedoch ein Vampir am Blut saugen. Das Smartphone sagt: “Mich saugt Big Tech schon aus.”

Samstag

Künstliche Intelligenz: Von der Theorie zur Praxis (Mascha Kurpicz-Briki)

Seit der allgemeinen Verfügbarkeit von ChatGPT ist KI in aller Munde. Doch was ist «Künstliche Intelligenz» überhaupt? Welche Verwendungszwecke gibt es? Was muss beachtet werden bei der Erstellung und Verwendung solcher Systeme? Und was sind die Risiken?

Ein beachtlicher Teil der Vorträge am Winterkongress beschäftigt sich mit KI. Die Keynote führt uns in das Thema ein und erklärt, was wir haben möchten: Eine nutzbringende Anwendung der Technik. KI als Tool, welches den Menschen unterstützt, anstatt ihn zu ersetzen (Augmented Intelligence statt Artificial Intelligence).

Ein Cartoon, der eine Baustelle mit zwei Bauarbeitern zeigt. In der Mitte der zwei steht ein Betonmischer mit der Aufschrift “KI”, der gerade Beton in eine Form giesst. Die Form ist in den Boden eingelassen. Die Form hat die Form der Buchstaben “B-I-A-S”. Der eine Bauarbeiter tätschelt den Betonmischer und sagt mit einem abgebrühten Gesichtsausdruck: “Falls jemand fragt, sagen wir einfach: Mathematische Formeln haben keine inhärente Intention.”

Automatische Gesichtserkennung: Braucht es ein nationales Verbot? (Patrick Walder, Estelle Pannatier, Marionna Schlatter, Monika Simmler)

Die Kampagne «Gesichtserkennung stoppen», die am Winterkongress 2021 lanciert wurde, führte in mehreren Städten und Kantonen zu Verboten biometrischer Massenüberwachung. Auch auf europäischer Ebene wird im Rahmen des «AI Act» ein solches Verbot verhandelt. Sollen wir jetzt ein Verbot auf nationaler Ebene fordern? Oder riskieren wir mit einem Gesetz, diese Überwachung überhaupt erst zu ermöglichen? Podiumsdiskussion: Nationalrätin Marionna Schlatter (Grüne), Prof. Dr. Monika Simmler (Uni St. Gallen) und Estelle Pannatier (AlgorithmWatch CH). Moderation: Patrick Walder (Amnesty International)

Ein Cartoon, der eine Frau in einem Business-Casual-Outfit zeigt. Sie steht und formt mit den Finger Anführungszeichen in der Luft. Sie sagt mit zusammengeniffenen Augen und einem freundlichen Gesicht: “Ihre Privatspäre ist und wichtig! Darum nennen wir unsere Systeme nicht mehr ‘Gesichtserkennung’, sondern ‘Gesichtsbildabgleich’.”

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